Große Frauen zwischen neuer Sichtbarkeit und Selbstwahrnehmung

Mit dem März verändert sich der Blick. Nicht nur meiner, sondern auch der der anderen. Jacken werden geöffnet, Stoffe leichter, Silhouetten klarer. Körper treten wieder in Beziehung zueinander. Für große Frauen ist das kein neutraler Moment. Sichtbarkeit kommt nicht zurück, sie war nie weg. Aber sie wird deutlicher.

Ich spüre, wie mein Körper wieder Thema wird. Nicht laut, nicht direkt, aber präsent. Meine Größe wird wieder mehr gelesen, mehr eingeordnet. Der Frühling hat diese Ehrlichkeit, die nichts verdeckt.

Zwischen Stolz und Unsicherheit

Es gibt Tage im März, an denen ich meine Größe liebe. Die Länge meiner Beine, die Weite meines Blicks, das Gefühl von Kraft im Körper. Und es gibt Tage, an denen ich mich plötzlich wieder fremd fühle in meiner eigenen Erscheinung. Zu präsent. Zu auffällig. Zu viel.

Beides darf existieren. Groß zu sein heißt nicht, immer im Reinen zu sein mit dem eigenen Körper. Es heißt, ihn immer wieder neu anzunehmen, im Licht, in Bewegung, im Vergleich.

Körper als Zuhause

Ich versuche im März, meinen Körper nicht als Projekt zu sehen. Nicht als etwas, das bewertet, optimiert oder eingeordnet werden muss. Sondern als Ort, in dem ich lebe. Groß zu sein verändert diesen Ort nicht, es macht ihn nur weiter.

Euer Team von LangeHosen.de

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