Große Frauen zwischen Innehalten und Aufatmen

Ostern ist kein lauter Neubeginn. Es ist ein stiller. Die Tage rund um Ostern fühlen sich oft entschleunigt an, fast wie ein Zwischenraum. Gespräche werden ruhiger, Termine weniger, Gedanken klarer. Für mich ist Ostern weniger ein Fest als ein Moment des Innehaltens.

Als große Frau empfinde ich diese Tage als wohltuend. Vielleicht, weil sie nichts verlangen. Kein Auftreten, kein Vorankommen, kein Beweisen. Ostern erlaubt eine Pause – und Pausen sind selten geworden. Besonders für Frauen, deren Präsenz oft als Stärke gelesen wird, selbst dann, wenn sie sich innerlich ganz anders fühlen.

Neubeginn ohne Inszenierung

Der Frühling ist spürbar, aber Ostern drängt nicht. Es erinnert daran, dass Veränderung nicht laut sein muss. Dass Neubeginn auch leise stattfinden darf. Ich muss mich nicht neu erfinden, nicht neu positionieren, nicht erklären, wohin ich gehe.

Groß zu sein bedeutet oft, stabil zu wirken. Ostern erlaubt mir, diese Rolle kurz abzulegen. Einfach da zu sein. Ohne Funktion. Ohne Erwartung.

Bei mir ankommen

Vielleicht ist das mein Ostergefühl: ein stilles Einverständnis mit mir selbst. Mit meiner Größe. Mit meiner Präsenz. Mit allem, was noch offen ist – und nicht sofort beantwortet werden muss.

Euer Team von LangeHosen.de

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